Zur Moralisierung von Ernährung

12. Januar 2015

swedex_mappen_0002Du sollst, du darfst, ich muss? Zur Moralisierung von Ernährung und Gesundheit. Zu diesem Titel hat die Zeitschrift Haushalt in Bildung und Forschung ein Journal veröffentlicht.

Ein wichtiges Thema, ein überfälliges Thema, eines, das sich lohnt, näher betrachtet zu werden, eines, über das kontrovers diskutiert wird und auch soll.

Brauchen wir diesen erhobenen Zeigefinger, der uns sagt, was gut und richtig ist? Benötigt es im Lernfeld Ernährung normative Setzungen?

 

Ein Praxisbeispiel

Nennen wir diesen Jungen Markus. Er ist 13 Jahre alt und hat neben Diabetes Typ 1 und Zöliakie auch noch 20kg zu viel auf den Rippen. Man kennt ihn in Kliniken, in Kinderarztpraxen und alle sind sich einig: So kann es nicht weitergehen, denn: Markus macht nicht, was er soll (Blutzucker messen, Kohlenhydrate beachten und entsprechend spritzen, kein Gluten essen und mehr Gemüse und endlich auf seine heißgeliebten Pizza, Döner und Chips, die er mit Kumpels während der Computerspiele vertilgt, verzichten, sondern seit Jahren, was er will….

Und was Markus auch weiß ist, dass er zu keinem Arzt und zu keinem Ernährungsbesserwisser mehr gehen will, der ihm sagt, was für ihn gut ist, denn was in der Unterhaltung mit Markus sehr schnell deutlich wird: Am Wissen liegt es nicht und Du sollst! Du darfst! Ich muss? führt bei Markus nur zum Gegenteil, nämlich, dass er seit Kurzem überhaupt keine Blutzuckerkontrolle mehr macht und sich um seine „Ernährung“ überhaupt nicht mehr schert – egal, was die Erwachsenen ihm sagen, womit sie drohen, wie häufig sie an seine Vernunft appellieren und wie sehr sie ihm Angst machen mit Krankenhaus und Co.

Fragen zur Moralisierung von Ernährung

> Was brauchen Menschen, um sich im Schlaraffenland zurecht zu finden?
> Wie wird Lernen ermöglicht?
> Benötigen Fachpersonen in der Ernährungs-und Verbraucherbildung eine besondere Berufsethik?

Diese und andere Themen kommen in diesem Heft zur Sprache, als Auftakt zur diesjährigen D-A-CH Fachtagung „Wa(h)re Gesundheit“, die vom 12.-14. Februar in Linz stattfindet. Sehen wir uns?

Essen ist mehr als sich ernähren

Ich bin dankbar dafür, dass auch ich in diesem Heft einen Artikel beisteuern konnte, in dem ich mich der Thematik Essen als Totalphänomen annehme und das ins Zentrum rücke, worum es in der Ernährungsbildung, Ernährungsberatung und -therapie gehen sollte. Nicht eine Moral, ein Ernährungskonstrukt sollte ins Zentrum gerückt werden, sondern der je einzelne Mensch und sein Essen wieder eine Stimme bekommen und ihm Gehör geschenkt werden, damit er sich verstanden fühlt…..

Doch das benötigt eine Mensch-zentrierte Haltung und den Mut, als Fachkraft, eben nicht Wissen kundzutun und den moralischen Zeigefinger zu erheben, wenn Wissen nicht in Tun umschlägt, sondern echte „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu schenken….

prof.eat Berater

Sollten Sie einen „Markus“ zu Hause haben, der einfach nicht tut, was er soll, sollten Sie mit Du musst, du sollst, du darfst nicht an ihre Grenzen gestoßen sein und sollten Sie momentan nur eines mit Bestimmtheit wissen: „So kann es bei Tisch nicht weitergehen“, so kontaktieren Sie uns. prof.eat Berater schauen gerne mit Ihnen auf Ihr je eigenes, persönliches Essen und gerne auch darüber hinaus und zwar ganz ohne Zeigefinger.

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Zeitschrift Haushalt in Bildung und Forschung ein Journal