Statt kämpfen, die WIRKlichen Ziele entschlüsseln

1. März 2014

DSC03466„Frau Mannhardt: Ich brauche keine „Ernährungsberatung“. Ich weiß Alles rund um gesunde Ernährung und abnehmen. Ich kämpfe seit Jahren gegen meinen inneren Schweinehund und doch schaffe ich es nicht. Eigentlich will ich ja, aber es geht nicht.  Können Sie mir helfen, denn immer, wenn ich es eine Zeitlang schaffe, meiner Naschlust zu widerstehen, geht es mir nicht besser, sondern schlechter.“

Die Frau am Telefon ist kein Einzelfall. Die meisten Menschen, die zu mir zur Beratung kommen, sind wahre Ernährungsexperten und auch die Besucher meines Webinars „FemmeBalance“ kannten alle Versprechen der einschlägigen Abnehmprogramme, die momentan über die Fernsehkanäle flimmern. Und doch: Nach vielen Versuchen, nach vielen Rückschlägen, nach vielen Kilos, die abgenommen und wieder zugenommen wurden, nimmt der Mut und die Zuversicht ES zu schaffen, ab ebenso dramatisch, wie das Selbstwertgefühl.

Wissen ist nicht dasselbe, wie TUN

Der Mensch is(s)t nicht vernünftig. Und dies ist keine neue Erkenntnis, sondern bereits aus der Steinzeit bekannt, ebenso wie aus alten Schriften in denen sich die „Alten“ über die Jungen beschwerten, weil sie sich wider besseren Wissens nicht belehren ließen und lauter unvernünftiges Zeug machten. Wir wissen es also längst: Durch Wissen und Wissensanhäufung ändert sich Mensch nicht zum „Besseren“. Und doch wird es immer und immer wieder versucht. Belehren, erziehen, erklären, informieren, immer in der Hoffnung, dass Quantität doch irgendwann in Qualität umschlagen wird. Ich bin der Ansicht, dass wir den Menschen damit Unrecht tun.

„Wo wir glauben, wir müssten der Natur entgegenarbeiten (erziehen, belehren,  urteilen) sollten wir genau wissen, ob sich dieser Einsatz lohnt. Sonst werden wir nur Elend über die Menschen bringen.“ (Butzkamm)

Statt kämpfen, die verborgenen Ziele entdecken

„Eigentlich strenge ich mich ja an“, „eigentlich will ich ja, dass sich etwas ändert“. Eigentlich – und doch…Könnte es sein, dass ein Ändern gar nicht so erstrebenswert ist? Könnte es sein, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist und am liebsten alles beim Alten belassen möchte? Könnte es sein, dass sich auch hinter dem scheinbar sinnlosesten Verhalten sich durchaus ein positives Motiv dahinter verbirgt?

„Der Mensch ist ein Ziel orientiertes Wesen. All seine Verhaltensmuster dienen einem positiven Zweck und scheint die Handlung auch noch so unsinnig zu sein. Und da der Mensch sich und anderen mit allem, was er tut GUTET tut, ist es unsinnig gegen dieses Verhalten UND dem damit verwirklichten positiven Ziel,  zu kämpfen.“

1. Das ALTE ist das Gewohnte und hat mehr Vorteile, als das neue Unbekannte.

2. Das  ALTE löst ein GUTES Gefühl aus. Das Ungewohnte erst einmal nicht.

3. Wer sein Verhalten nicht ändern kann, dessen Verhalten folgt einem GUTEN Zweck. Wohlbefinden, sich Gutes tun, gut für sich sorgen, sich in ein positives Gefühl bringen, das verbirgt sich hinter „unerwünschten Verhaltensmustern“, nich ein innerer Schweinehund gegen den man kämpfen muss.

4. Wer sein Verhalten nicht ändern kann, sollte auf keinen Fall GEGEN das Verhalten oder einen vermeintlichen Schweinehund ankämpfen, sondern

a.) entweder annehmen, was nicht zu ändern ist oder
b.) sich beim Verstehen des tieferen GUTEN Ziels unterstützen lassen.

Ja, Sie haben richtig gehört: Auch hinter unerwünschtem Verhalten steckt ein WIRKENDES gutes Ziel

> Das Kind, das heute bei mir war, lügt nicht absichtlich, wenn es verschweigt genascht zu haben. Es möchte nur keinen Ärger und einer Bestrafung entgehen.

> Der übergewichtige Jugendliche, der mit seinen Kumpels über Mittag nichts „Vernünftiges“ isst, sondern FastFood, der muss nicht gegen seinen inneren Schweinehund kämpfen, sondern verstehen, dass er einfach nur „so sein will, wie seine Freunde.“ Nicht auffallen, dazugehören, so sein, wie alle…

> Die Jugendliche, die kein Gemüse isst, macht es nicht, um sich zu schaden und muss nur vernünftig sein. Sie möchte nur auf keinen Fall gehorchen, sondern SELBST bestimmen, wann sie was essen möchte. Jegliche gut gemeinte Bemerkung bei Tisch:“Möchtest du kein Gemüse essen?“ wird genau ins Gegenteil führen, nur damit sie sich selbst treu bleibt und nicht einfach blind gehorcht.

> Die junge Frau, die sich fast zu Tode hungert, ist nicht unfähig zu essen und auch nicht dumm oder unwillig. Sie muss auch nicht GEGEN eine Magersucht kämpfen, sondern lernen FÜR sich einzustehen, sich zu spüren, sich wahrzunehmen, ernst zu nehmen.“Seht her wie STARK und diszipliniert ich bin!“ Das gilt es zu verstehen.

> Die Frau, die glaubt ihren inneren Schweinehund auszutriksen, indem Sie statt Schokolade jetzt Karottenstäbchen knabbert, kämpft nicht gegen einen Feind, sondern gegen sich selbst. Sie hat nicht verstanden, dass die Schokolade sie beruhigt, sie sich damit GUTES tut, wenn sie Frust aufgestaut hat, wenn sie sich über ihren Chef geärgert hat, wenn sie völlig erschöpft wieder neue Energie tanken muss.

> Der Mann, der gegen seinen inneren Couch-Potato Schweinehund kämpft, hat noch nicht verstanden, dass dieser sehr gut dafür sorgt. Er sagt: „Ruh Dich endlich mal aus!“

Können wir die versteckten Ziele alleine entschlüsseln?

Die hartnäckigen Verhaltensmuster, insbesondere diejenigen, die wir uns bei der Nahrungsaufnahme über Jahre hinweg angeeignet haben, sind uns als „sinnvoll“ sozusagen in Leib und Blut übergegangen. Wie bei einem Eisberg können wir nur die Spitze erkennen, doch WOZU wir dieses Verhalten einmal gewählt haben, um gut für uns zu sorgen, das ist verborgen. Wäre es nicht verborgen, so könnten wir es ohne Kampf sofort verändern. Da dem aber nicht so ist, ist das, was verborgen ist, eben auch verborgen. Es benötigt einen „Tauchgang“ unter die Wasseroberfläche, um den „Eisberg“ unter Wasser zu erkennen.

Daher: Sowohl  Beratern, als auch Klienten, die mit gewissen „Verhaltensmustern“ hadern, sie nicht auf Knopfdruck ändern können, auch nicht wissen, was an gewissen Handlungen „positiv“ sein soll, ist zu empfehlen, sich durch professionelle Beratung und Supervision Unterstützung zu holen. Wären wir in der Lage, das selbst zu tun, so hätten wir es doch bereits getan, oder?

Zu guter Letzt:

Die oben erwähnten Klienten waren bereits erfolgreich auf ihrer Entdeckungsreise. Sie kämpfen nicht mehr GEGEN ihren „inneren Schweinehund“, sondern haben verstanden, wozu Sie ihre Naschereien, ihre „falsche“ Lebensmittelauswahl, ihre „unvernünftige Menge“ benötigen. Sie kennen jetzt die wahren Ziele und benötigen ihr Notfallmedikament „Essen“ seltener…

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