Hilfe ich weiß nicht, wie normal essen geht

4. Februar 2019

„Frau Mannhardt, ich weiß nicht, wie normal essen geht. Mal esse ich gar nichts, mal viel zu viel. Mal schaffe ich es Diät zu halten, mal stopfe ich wieder alles in mich hinein, weil es mir dann egal ist. Seit Jahren nehme ich mit diesem System nicht ab, egal, welche Diät ich mache. Bitte helfen Sie mir, denn ich habe das Gefühl mich zu verlieren. Ich habe schon so viel ausprobiert und war schon bei vielen Experten, aber nichts hat wirklich genützt.“

So oder ähnlich klingen die verzweifelten Stimmen vieler meiner Patienten. Mitnichten, sind nur übergewichtige Menschen betroffen, auch Schlanke bemerken mehr und mehr, dass Ihnen Diäten und Ratschläge, sowie Tipps zu Kochen, vegane Rezepte oder Aufklärungen über gute und böse Lebensmittel nicht weiterhelfen.

Gestörtes Essverhalten nimmt zu

Früher kamen Menschen mit Anorexie, Bulimie oder BED, also klassischen Essstörungen zu uns. Heute nehmen die nicht klassischen, nicht manifesten eating disorders dramatisch zu. Seit Weglassen der neue Ernährungstrend ist und Lebensmittel oder Inhaltsstoffe zu Feinden erklärt werden, nehmen gestörtes Essverhalten zu. Diese Menschen sind nicht psychisch krank, sondern krank gemacht worden! Sie brauchen keine Psychotherapie, sondern eine gute Beratung, damit sie auf ihren eigenen ESSweg zurückfinden. Und sie brauchen ein dickes Fell, um sich zukünftig von all den Experten und Informationen rund um Ernährung nicht mehr ins Boxhorn jagen zu lassen.

Gestörtes Essverhalten – Hausgemacht von einer Gesundheitspolitik, die versagt hat!

30 Jahre Ernährungskommunikation und Ernährungsaufklärung ist vollständig gescheitert! Nicht ein einziger Mensch hat durch all diese Appelle um gut und richtig, besser, schlecht, gesund, ungesund langfristig sein Verhalten ändern können!

Im Gegenteil: Menschen wurden durch all diese Kampagnen in die Irre geleitet und noch ein  Stück mehr von sich selbst entfernt! Nie zuvor kamen so viele Menschen mit einem gestörten Essverhalten zu mir und nicht, weil sie eine psychische Erkrankung hätten, sondern weil all diese Appelle und Ratschläge ihr Selbstwertgefühl, ihre Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit langsam aber sicher zerstört hat! Sie spüren nicht mehr, was ihr Körper ihnen sagt und gehorchen nur noch blind und taub und gefühllos, was man ihnen als Wahrheit auftischt?

Wie ist es dazu gekommen?

Man hat den Menschen vorgegaukelt es gäbe DIE eine RICHTIGE Ernährung. Das ist FALSCH, denn Menschen mit verschiedenen Körpern, Alter, Stoffwechsel brauchen personalisierte Ernährung. Und dazu braucht es bekanntlich das Gespräch mit dem EINZELNEN.

Man hat Menschen vorgegaukelt, es gäbe GUTE und weniger GUTE Lebensmittel. Das ist ebenfalls falsch, denn erst die Dosis macht das Gift.

Man hat Menschen vorgegkaukelt, dass das WAS gegessen wird, wichtiger sei, als die Menge. Das ist FALSCH, denn die Klagen in meiner Praxis lauten nicht: Hilfe ich stopfe dauernd Fastfood in mich hinein, sondern, Hilfe, ich weiß nicht, wie viel ich von was brauche und wie normale Menge geht.

Man hat Menschen vorgegaukelt, Schokolade sei BÖSE, Zucker sei BÖSE, Fruchtzucker sei BÖSE, Milchzucker und Gluten seien BÖSE, Fleisch sei BÖSE. Kaum ein Lebensmittel blieb von diesem Mobbing verschont. Mit keinem Wort wurden Menschen aufgeklärt, dass es KEINE bösen Lebensmittel gibt, noch nicht einmal die Schokolade! Und man hat Menschen nicht darüber aufgeklärt, dass hinter Schokoladenessen MOTIVE stecken, die nicht einfach mit Schokolode böse und muss weg zu lösen ist! Wir zertifizierten Fachkräfte reden uns seit Jahren den Mund fusselig, doch das Gebrüll derer, der uns unter dem Deckmäntelchen von „Gesund“ irgend einen Schmarrn verkaufen und Fake News als Wahrheit auftischen wollen,  ist zu laut….Das Geschäft mit der Angst der Menschen ist gewaltig.

Was ist gestörtes Essverhalten?

Mit Sorge stellen wir fest, dass sich in unseren Praxen immer mehr Menschen mit einem gestörten Essverhalten einfinden. Wir haben einen einfachen Fragebogen entwickelt, der Betroffenen und uns einen schnellen Überblick verschafft. Damit der Mensch mit sich, seinem Gewicht und Essen im Reinen ist, muss er sich selbst gegenüber integer sein. Integer heißt dabei: Unversehrt, unverletzt, intakt.

Bei gestörtem Essverhalten sind eine oder sogar mehrere Integritäten verletzt.

Entweder ist die körperliche Integrität gestört, oder die soziale oder die emotionale Integrität oder alle drei. Der Mensch ist buchstäblich aus seinem Gleichgewicht gefallen und dagegen helfen keine Ratschläge oder banalen Tricks und Tipps oder Diäten! Da hilft nur professionelle Begleitung im Sinne von ernährungspsychologischer Ernährungsberatung und -Begleitung, bis der Mensch sich selbst wieder geheilt hat.
Dazu thematisieren wir die Körpergefühle Hunger, Sättigung, Völle und Lustessen. Wir besprechen die sozialen und emotionalen Umstände des Essens, wir schauen den Umgang mit sich selbst und mit den eigenen Gefühlen an und betrachten natürlich alles rund um das Selbstbewusstsein, denn nur wer selbstbewusst ist, selbst bestimmte Entscheidungen trifft und einen stabilen Glauben, dass er selbst der CHEF seines „normal“ Essens ist, der findet einen Weg zurück in eine gute Integrität. Gerne helfen wir Ihnen auf diesem Weg ein Stück.

Schritte

  1. Fordern Sie unseren Fragebogen an.
  2. Wer den obigen Fragenbogen mit vielen Ja´s beantwortet, benötigt professionelle Beratung.

Braucht eine Begleitung, um sich, seinen Körper, das was er uns mitteilen will wieder zu spüren.

Benötigt eine Anleitung, um sich wieder auf seine eigenen Empfindungen und Gefühle wie Hunger, Sättigung zu verlassen und Empfindungen wie „Ich habe Lust auf etwas Süßes“ zu verstehen. Es gibt nicht DIE Erklärung, es gibt eine ganze Vielzahl für Naschkatzen.

3. rufen Sie uns an und vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Sind wir eine gute Begleitung für Sie oder eher nicht? Auch bei dieser Entscheidung helfen wir gerne.  Integrität hat immer auch mit Selbstbestimmung zu tun.  Erst wenn Sie sich sicher sind, werden wir einen Termin vereinbaren und dann geht es los.

Schon sehr bald werden Sie sagen können: „Ich esse genauso, wie ich es für richtig halte und es mir gut tut. Ich allein entscheide, was, wann, in welchen Mengen in mich hinein geht und mich nährt. Ich esse nicht „normal“, sondern genauso, wie es für mich gut ist.“